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Coromandel Peninsula

 

Südöstlich von Auckland, auf der Pazifikseite, befindet sich eine recht große Halbinsel, die Coromandel Peninsula. Die haben wir als erstes Ziel angesteuert und dort unsere ersten Erfahrungen mit den „Self contained“ Standplätzen gesammelt. Hier heißt es „first come first serve“ - wer zuerst kommt, malt zuerst ...

In der Regel darf man zwei Nächte bleiben und nur im ausgewiesenen Terrain stehen. Wenn der Andrang jedoch groß ist, bildet sich schnell mal eine zweite Reihe oder es wird seitlich ausgewichen. Bisher haben wir es noch nicht erlebt, dass mal jemand gemeckert hat, angeblich droht einem aber bei Fehlverhalten ein sattes Bußgeld, anyway, im Großen und Ganzen halten sich die Leute an die Regeln.

Am ersten Abend hieß es erstmal auspacken und einräumen, was erstaunlich gut und effektiv vonstatten ging, alles fand schnell seinen Platz. Seitdem tuckern wir quer über die Halbinsel, auf kleinen, malerischen Straßen von Standplatz zu Standplatz. Die Coromandel Halbinsel ist einfach nur schön! So plappern wir permanent ein „Oh, ist das schön hier“ vor uns her und verfallen von einem ah und oh ins nächste.

Meine Norwegen-Assoziationen verabschieden sich immer mehr. Der dichte Wald - auch, wenn es kein Primärwald mehr ist - hat subtropischen Charakter. Nadelbäume sind durchsetzt mit Laubbäumen und Palmfarnen, das Unterholz ist dicht, alles strotzt gesund und grün. Überall am Wegesrand sieht man bunte Bienenstände - die Mädels dürften hier auch reichlich Nektar und Pollen finden, Neuseeland ist für seinen Manuka-Honig berühmt, ein traditionelles Naturheilmittel.

 

Das Meer leuchtet hell türkis, ist aber leider schweinekalt. Trotzdem musste ich schon meine ersten Schwimmversuche hier im Pazifik machen, ich bin dann eben doch eine Wasserratte ...

 

 

So haben wir uns jedenfalls durch die erste Zeit getrödelt, um auch noch die letzten Reste des Jetlags wegzuschlafen, der uns in den ersten Tagen regelmäßig Nachmittags um 3.00 h hat umfallen lassen. Es war immer so, als hätte jemand den Energie-Stecker gezogen - wir sind einfach umgekippt. 12 Stunden Zeitverschiebung sind wohl doch mächtig. Irgendwann waren wir dann aber bereit zu unseren ersten „Programmpunkten“ ...

 

Pünktlich zur Ebbe sind wir mit unserem Spaten bewaffnet am „Hot Water Beach“ aufgeschlagen. Dort befindet sich etwa 2 km unter der Erdoberfläche eine 170 Grad Celsius heiße Gesteinsschicht, Reste vulkanischer Aktivitäten von vor 5 bis 9 Millionen Jahren. Durch Risse im Gestein steigt heißes Wasser nach oben. Nur bei Ebbe werden die entsprechenden Stellen freigelegt und man kann sich seinen eigenen kleinen Spa buddeln. Der Sand war dort teilweise so heiß, dass wir nicht darauf stehen konnten. Die Wasserlöcher, in denen Leute saßen, kamen uns kochend vor. Wir konnten nicht so richtig verstehen, wie das auszuhalten war - manch einer war auch schon rot wie ein Hummer. Dann hatten wir Glück - eine Familie wollte gehen und überließ uns ihr Spa. Dort hatte sich das heiße Wasser mit Meerwasser gemischt und die Temperatur war dementsprechend warm, aber moderat. Glücklich haben wir uns in das Becken sinken lassen, so eine Natur-Badewanne hat schon was!

 

 

Anschließend sind wir zur Cathedral Cove gefahren, einer kathedralenartigen Höhle, ebenfalls direkt am Wasser. Sie befindet sich in einem Küstenschutz-Gebiet, das der Pflege und dem Erhalt des Lebensraums der Tier und Pflanzenwelt auf der Coromandel Peninsula dienen soll. Die Höhle ist über einen sehr schönen, nicht unanstrengenden Fußweg zu erreichen. 

Kam in unserem ehemaligen Haus im Löwenbrucher Weg immer das „Kacke-Auto“ - wir hatten eine Grube und waren nicht an die Kanalisation angeschlossen - so durften wir hier miterleben, wie der „Kacke-Hubschrauber“ kam. Mehrer Kanister voller Fäkalien wurden vom Strand weggeflogen, wohin auch immer. Der Weg wurde jedenfalls zeitweise abgesperrt, damit niemand versehentlich eine Poop-shower - eben eine Kacke-Dusche abbekommt.

Die Höhle selbst war dann sehr beeindruckend - wieder das türkisfarbene Wasser im Hintergrund - ausgesprochen malerisch ...

 

Die Coromandel Halbinsel hat noch mehr zu bieten - das sparen wir uns aber auf. Wir wollen relativ schnell auf die Südinsel fahren, um dort den Sommer mitzunehmen. Wenn es in Richtung Herbst geht, kommen wir nochmal hierhin zurück, wir haben ja schließlich ein halbes Jahr Zeit ...

 

 

 

 

Ein kleiner Nachtrag ...

 

Vor ein paar Stunden war in uns der Plan gereift, mit dem Boot zur White Island zu fahren, einer wunderschönen Vulkan-Insel. Der dortige Vulkan wird von den Maori, den Ureinwohnern Neuseelands, Whakaari genannt und ist einer der aktivsten des Landes. Tja, und er ist tatsächlich mehr oder weniger vor unseren Augen ausgebrochen, das hat es auch schon in die deutschen Medien geschafft … Wir standen jedenfalls in sicherer Entfernung am Strand, haben eine weiße Rauchwolke beobachtet und konnten wieder einmal unseren Schutzengeln danken, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren - eben nicht auf der Insel ...

 

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Kommentare: 6
  • #1

    Viola (Montag, 09 Dezember 2019 09:47)

    Da bin ich aber froh das Ihr da nicht drauf wart. Mein erster Gedanke , als ich es in den Nachrichten sah, galt Euch. Puhh!!
    Weiterhin eine schöne Zeit für Euch, es soooo schön das wir alle mit Euch durch die Welt bummeln dürfen !

  • #2

    CAT (Montag, 09 Dezember 2019 10:40)

    Mamma Mia! Ich hab auch schon den Ort des Ausbruchs und Eure Postion verglichen (Danke Peer) - aber logo, Ihr seid nicht auf dieser Insel!! Wie auch - so viele Schutzengel und Liebe, die Euch begleitet und Euer Instinkt und Gespür noch dazu!! Puh! Die Bilder und EIndrücke sind klasse. Solch eine Schönheit! Ich umarme Euch - bis bald!

  • #3

    Sabine Walkenbach (Dienstag, 10 Dezember 2019 00:04)

    Ihr Lieben, als ich von dem Vulkanausbruch hörte, habe ich auch nur gedacht: Hoffentlich sind die beiden weit genug davon entfernt...puh...
    Gott sei Dank wart ihr es ! Ich wünsche euch weiterhin so schöne Erlebnisse. Liebe Grüße aus dem kühlen Berlin.��‍♀️

  • #4

    Annette HB (Sonntag, 15 Dezember 2019 10:20)

    ❤️❤️

  • #5

    Heiko (Sonntag, 29 Dezember 2019 23:44)

    Hallo,
    tatsächlich ging es mir genau so wie einigen anderen als ich von dem Vulkanausbruch gehört hatte, ich musste sofort an Sie beide denken, zumal sogar in den deutschen Medien von deutschen Opfern gesprochen wurde. Weiterhin viel viel Spaß und tolle Erlebnisse, der Blog liest sich echt richtig gut! Weiter machen!

  • #6

    Christoph (Montag, 06 Januar 2020 05:36)

    Danke liebe Rike