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Erste Nordrunde

 

Nachdem es auch in Perth deutlich kühler wurde, haben wir uns bei unserem ersten Road Trip für eine Runde Richtung Norden entschieden. Gleich gab es auch schon ein Highlight, die Pinnacles, eine Wüstenlandschaft mit bizarren Kalksteinformationen, die scheinbar aus der Erde wachsen. Trotz der Menschen, die wie wir durch die Steingebilde spazierten, war es dort unfassbar still - kein Vogelgezwitscher, keine Laute, nichts ...

 

Zur Entstehung der Pinnacles gibt es unterschiedliche Theorien - die einen glauben, sie seien unterirdisch geformt worden und immer wieder zeitweise an die Oberfläche gekommen, bevor sie wieder von Sand bedeckt wurden, andere packen ihre Entstehung in die küstennahen Gewässer, wieder andere sprechen von einem versteinerten Wald. Unter den Aborigines erzählte man sich die Geschichte von jungen Männern, die trotz Warnung der Älteren in die Wüste gegangen und dort im Sand versunken sind. Die Pinnacles sind ihre Finger, die aus der Erde ragen und verzweifelt nach Halt suchen.

 

 

Während unserer Reise durften wir schnell lernen, dass alles ein bisschen anders läuft, als in unserem Bus in Neuseeland. Auf unserem ersten Campground saßen wir jedenfalls eines Morgens ohne Strom in unserem Slide-on fest ... Die Kaffeemaschine, die Rechner und i-Pads hatten ordentlich gesaugt und unser Solar System kam da nicht mehr mit -  also musste ein Batterie-Starterkid auf die Einkaufsliste - erstmal hat uns aber ein netter Mit-Camper ausgeholfen. Schnell hatten wir ebenfalls raus, wann es sich lohnt, abzubocken und wann nicht. Das Abbocken selbst läuft inzwischen zwar recht reibungslos - den Slide-on aber wieder auf den Wagen zu befördern ist immer noch eine Sache für sich!

 

Auf der Weiterfahrt nach Norden kamen wir an einem rosafarbenen See vorbei! Australien ist berühmt für seine leuchtend pink-farbenen Seen, die diese ungewöhnliche Farbe einem Zusammenspiel von extremem Salzgehalt, Sonneneinstrahlung und Microalgen verdanken. Trotz Fliegen - auch für seine Busch-Fliegen ist Australien bekannt - sind wir zum Seeufer runter gekraxelt und konnten ein paar hübsche Fotos schießen - mit Fliegennetzen über dem Kopf, versteht sich.

 

 

Es folgten ein paar Tage zwischen endlosen Sanddünen, bevor wir dann schließlich nach Kalbarri gefahren sind, wo wir uns mit unseren Freunden aus Perth getroffen haben. Die hatten dort von Bekannten ein Ferienhaus angemietet - den Kalbarri National Park haben wir also gemeinsam erkundet.

 

 

Kalbarri selbst ist ein Küstenörtchen an der Mündung des Murchinson River, der durch den angrenzenden Nationalpark mäandert und dort beeindruckende Schluchten formt. Nach Süden zieht sich eine zerklüftete Sandstein-Küste, durch Wind und Wetter geprägt, die wir an unserem ersten Tag erkundet haben. Sie wechselt zwischen Abbruchkanten, Felsbögen und größeren Plateaus, und ein angelegter Wander- und Radweg verbindet diverse Aussichtspunkte miteinander. Der weite Blick über das tiefblaue Meer erlaubt es, in der Ferne riesige Fischschwärme zu erspähen - für Buckelwale waren wir leider zu früh dran - die ziehen erst ein paar Monate später hier vorbei. Dafür haben wir abends nochmal für einen Sonnenuntergang über dem Meer genossen.

 

 

Am nächsten Morgen sind wir in aller Herrgottsfrühe in den National Park gefahren, um uns dort auf dem Skywalk den Sonnenaufgang anzusehen. Es war noch unangenehm frisch, denn ein kühler Wind fegte uns um die Ohren. Aber kaum hatte sich die Sonne gezeigt, wurde es deutlich angenehmer. Die Architektur des Skywalks hat uns beeindruckt - er bettet sich auf unaufdringliche Weise in die Landschaft ein - bemerkenswert! 

Nach einem kleinen Picknick sind wir zum wohl meist-fotografierten Ort im Park gefahren. Ein kurzer Hike führt einen zum 'Nature's Window', einem 'Fenster' im Fels, durch das man auf den Murchinson River hinab blicken kann. Den River Trail, der dort beginnt, haben wir lieber ausgelassen - zu lang und es war schon zu spät am Tag und daher zu heiß!

 

 

Dafür sind wir an einer anderen Stelle zum Fluss hinunter gekraxelt - über Stock und Stein und diverse Leitern, ein lustiger Weg der nicht ganz ohne war ... Unten am Wasser haben wir dann unsere Füße gekühlt - der Murchinson River war angenehm frisch - bevor wir uns wieder an den Aufstieg gemacht haben.

 

 

Der Park bietet noch zwei weitere Aussichtspunkte auf den Fluss - dort sind wir am nächsten Tag hingefahren und auch da konnten wir wieder bis ans Wasser kraxeln.

Dann hieß es Abschied nehmen - unsere Freunde sind nach Perth zurück gekehrt und unsere Fahrt ging weiter Richtung Norden.

 

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