Die Kennedy Ranges sind ein Plateau-Gebirgszug aus Sandstein, der sich über etwa 150 km durch das Outback zieht, durchklüftet von diversen steilen Canyons. Durch Wind und Wetter, also durch Korrosion, sind beeindruckende Steinformationen entstanden und die Berge leuchten im gleichen Rot, wie das sie umgebende Outback. Am Fuße eines kleinen Creeks befindet sich ein einfaches Buschcamp, in dem wir ein paar Tage verbracht haben. Von hier aus führen diverse Wanderwege in diverse Canyons. All diese Wege begannen zunächst entspannt, aber arteten ab einem gewissen Punkt in eine Kletterpartie aus und so haben wir auf den Aufstieg bis zum Hochplateau verzichtet. Besonders beeindrucken fanden wir die Honeycomb Gorge - einen heiligen Ort der Aborigines, an dem darum gebeten wurde, nicht zu fotografieren - wir haben uns daran gehalten, haben aber lange dort gesessen und die Felswand auf uns wirken lassen, die das Muster einer Honigwabe hatte. Ähnliche Strukturen hatten wir schon in der Temple Gorge gesehen ...
Wie schon beschrieben - nach einem zauberhaften Sonnenaufgang über der Weite des Outbacks sind wir dann zum Mount Augustus weitergezogen. Es heißt, dieser Berg ist der weltgrößte Monolith - was fragwürdig ist - des weiteren heißt es, er ist über doppelt so groß, wie der Uluru - was wiederum stimmt. Hier musste ich an unsere Japanreisen denken - wir haben dort mehrfach den größten Buddha der Welt gesehen, gefolgt von mehreren Welt-größten Holz-Tempeln und und und ...
Der Mount Augustus ist von seiner Beschaffenheit her ein Inselberg, er ist fast 900m hoch und umfasst eine Fläche von etwa 4.800 ha, aus der Ferne sieht er aus wie eine gigantische Schildkröte. Auch er ist tiefrot wie das Outback allerdings sind seine Hänge teilweise bewachsen - auch das unterscheidet ihn vom Uluru, der im Großen und Ganzen keine Vegetation aufweist. Zahlreiche Höhlenmalereien erinnern an die frühe Besiedlung durch Aborigines und erzählen Traumzeit-Geschichten ...
Am Fuße des Berges ist ein großer Campground mit Laden und Tankstelle - die erste Möglichkeit nach Gascogne Junction, um an Sprit zu kommen. Auf unsere Frage nach Engpässen in der Diesel-Versorgung aufgrund des Krieges erfuhren wir, dass diese Tankstelle immer zuerst beliefert wird - schließlich ist es die einzige im Umkreis von knapp 300 km und sie ist somit essenziell wichtig ...
Rund um den Mount Augustus führt eine Straße - natürlich auch unbefestigt - von der immer wieder Wege zum Start diverser Hiking Tracks führen. Wir sind all das abgefahren und abgelaufen - hier eine kleine Foto-Galerie ...
Als wir dann nach etwa einer Woche das Outback hinter uns gelassen hatten, haben wir - ganz untypisch für uns - einen 'normalen' Campground aufgesucht, dort alles gewaschen und versucht, dem roten Sand Herr zu werden. Ganz ist uns das nicht geglückt, denn als wir vor unserem Rückflug noch ein paar Tagen bei unseren Freunden in Perth verbracht haben, kam uns immer noch roter Staub aus allen Winkeln entgegen ...
Inzwischen parkt unser rollendes Ferienhaus in einer überdachten aber offenen Lagerhalle in einem Vorort von Perth und wartet dort auf uns - die Registrierung haben wir übrigens immer noch nicht vornehmen können - langsam wird das Ganze ein behördlicher Treppenwitz - auch hier mahlen die Mühlen offenbar langsam ...
Noch ein paar rückblickende Worte, denn das Outback hat einen bleibenden tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Ich spüre immer noch die unendliche Weite dieses Landes, auf das vergleichsweise nur wenige Menschen je einen Fuß gesetzt haben. Dementsprechend gibt es dort keine - das klingt jetzt vielleicht krass - 'menschliche Umweltverschmutzung'. Für Jahrtausende haben dort nur die Aborigines gelebt, im Einklang mit der harschen Natur und es gibt auch heute noch keine Städte/Straßen und alles was so dazu gehört. Nichts stört den Energiefluss der Erde und es ergießen sich auch keine Touristenströme über das Land. So muss sich der Planet vor der Besiedlung durch uns Menschen überall angefühlt haben. Dort im Outback ist einer der wenigen Orte, wo man das heute noch erfahren kann. Dort herrscht Stille, man spürt nur den Rhythmus der Erde, die Kraft-Linien, die den Ursprung der Traumzeit der Aborigines bilden. Es gibt keine Ablenkung, es gibt nur dich und das unberührte Land um dich herum. Mich hat das Outback auf mich selbst zurückgeworfen und ich konnte in einen Kontakt mit der Natur treten, den ich so noch nie erleben durfte ...

















Kommentar schreiben